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Twitter kurz vorm überkochen?

Twitter kurz vorm überkochen?

Der derzeitige Schlagabtausch aka ‘Twitter Fight’ (TechCrunch) zwischen Ashton Kutcher und CNN bringt das unsägliche Wettrüsten in der digitalen Welt wieder ‘mal auf den Punkt. TechCrunch’s MG Siegler ist es denn auch, welcher die Frage stellt, ob Twitter die Anzeige der Follower-Anzahl von der Seite entfernen soll. Meine Empfehlung: Entfernen der Follower- und Following-Anzeigen, da Nutzen gleich null.

Meiner ist länger…
Bei Facebook, Twitter, Friendfeed, Xing ist es doch immer dasselbe: Ständig wird die Anzahl Follower, Friends und Kontakte gemessen. Bei einem Dienst wie Xing mag das ja noch angehen – geht es doch primär darum, sein Business-Netzwerk möglichst nutzbrigend auszubauen (vom üblichen Networking-Sumpf ‘mal abgesehen). Der Versuch von Kutcher und CNN ist zwar Spielerei, aber dennoch frage ich mich, was uns Normalos möglichst viele Twitter-Follower bringen sollen. Was interessiert es mich, was Ashton gerade treibt? Ich selbst followe gezielt nur Leuten, welche mich persönlich z.B. wegen ihrer Interessen, Projekte oder ihres Lebens(styls) interessieren.

Willst du mein Freund sein?
Noch fragwürdiger finde ich Requests von mir völlig fremden Twitter-Usern, welche mir folgen wollen (exkl. Spam). Im Gegensatz zu einem offenbar gesteigerten Ego bei vielen Followern (siehe oben) ist eine hohe Anzahl an Leuten, welchen ich selbst followe, vollkommen unsinnig und kontraproduktiv. Ich folge derzeit 35 Leuten, und schon das gibt ziemlich viel Noise im Feed. Was also bringt eine hohe Following-Zahl? Beispiel Robert *Paris Hilton der Tech-Szene* Scoble: Er followed derzeit über 88′000 Twitter-Usern. Wie behält der Mann da den Überblick über die Leute, welche ihn auch TATSÄCHLICH interessieren? Gibt es eine Art Geheimnummer für Robert und seine Freunde?

Sinnvolle Nutzung der Friend-Liste
Einzig einigermassen sinnvolle Nutzung der “Friend-Liste” (Twitter-Usern, welche ich selbst followe) ist, dass so persönliche Vorlieben (z.B. für eine Firma, ein Produkt oder einen Brand) kommuniziert werden können. Zusätzlich kann die Friend-Liste selbstverständlich (ähnlich wie Facebook’s ‘people you may know’-Funktion) mir Leute in meinem Bekanntenkreis zeigen, welche auch Twitter nutzen und die mich tatsächlich auch interessieren KÖNNTEN.

Fazit
Der Twitter-Fight führt dazu, dass Twitter (nach Terroranschlägen in Bombay, der Hudsonlandung und der geradezu fieberhaften Suche nach Augenzeugen bei den Amokläufen) noch mehr von der (v.a. traditionellen) Presse aufgegriffen wird, aber immer noch nicht klar ist, wohin die Reise eigentlich gehen wird.

Update von 17. April 2009, 08:23: Kutcher hat gewonnen und CNN gratuliert.

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